Verzicht auf traditionellen Katalog

Die Nachricht hat in der Slotcar-Community für ordentlich Gesprächsstoff gesorgt: Carrera verzichtet 2025 auf den traditionellen Katalog. Nach Jahrzehnten, in denen der glänzende Katalog für viele von uns das jährliche Highlight war, fühlt es sich fast surreal an.

Bereits seit einigen Jahren gab es den Katalog nur noch digital und nur für Händler auf Bestellung in Papierform. Als eingefleischter Carrera-Fan und Slotracer schwanke ich zwischen Verständnis und tiefer Enttäuschung.

Rational betrachtet ist die Entscheidung aus wirtschaftlicher Sicht nachvollziehbar. Layout und Druck eines Katalogs sind kostspielig. In Zeiten, in denen digitale Medien dominieren, ist die Frage berechtigt, ob die Investition noch gerechtfertigt ist. Die traditionelle Präsentation der Neuheiten auf der Spielwarenmesse in Nürnberg ist ein guter erster Schritt, und die digitale Verbreitung der Informationen über die Carrera-Website und Social-Media-Kanäle ist effizient und kostengünstig. Aber die Firmengruppe „Quantum Capital Partners“, die seit dem Verkauf im Jahr 2019 hinter Carrera stehen spart Geld, und das in einer Zeit, in der jeder Cent zählt. Zudem ermöglicht eine digitale Präsentation eine flexiblere und aktuellere Information. Änderungen oder Ergänzungen können kurzfristig vorgenommen werden, ohne dass ein neuer Katalog gedruckt werden muss.

Trotz aller Rationalität schmerzt der Verzicht auf den Katalog emotional. Für viele von uns „Carreraristi“ ist der Katalog mehr als nur eine Produktübersicht. Er ist ein Sammelobjekt, ein Inspirationsquelle und ein Stück Kindheitserinnerung. Stundenlang haben einige von uns als Kind und Jugendlicher den Katalog durchgeblättert, die Fahrzeuge angesehen und mir die Rennen in Gedanken ausgemalt. Der Katalog hat unsere Fantasie beflügelt und unsere Leidenschaft für Slotcar Racing entfacht.

Der Katalog hatte auch eine wichtige Funktion als Orientierungshilfe. Er bot einen Überblick über das gesamte Carrera-Sortiment und erleichterte die Planung von Erweiterungen und Umbauten. Die digitale Präsentation ist oft unübersichtlich und fragmentiert. Informationen sind verstreut und schwer zu finden.

Besonders bedenklich ist, dass Carrera damit eine wichtige Tradition bricht und die Bindung zu seinen Fans schwächt. Der Katalog war ein Zeichen der Wertschätzung und ein Beweis dafür, dass Carrera sich um seine Community kümmert. Der Verzicht darauf sendet ein negatives Signal und könnte dazu führen, dass einige Fans sich von der Marke abwenden. Viele Sammler und Liebhaber schätzen den Katalog als Dokumentation der Modellgeschichte und als Teil ihrer Sammlung.

Ich befürchte, dass Carrera mit dieser Entscheidung einen Fehler getätigt hat. Natürlich ist es wichtig, Kosten zu sparen und sich an die digitale Zeit anzupassen. Aber es ist genauso wichtig, die Traditionen zu bewahren und die Bindung zu den Fans zu pflegen. Ich hoffe, dass Carrera in Zukunft eine Lösung findet, die sowohl wirtschaftlich als auch emotional zufriedenstellend ist.

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